- PRESENTAZIONE -

IL MUSEO DAS MUSEUM THE MUSEUM EL MUSEO LE MUSEE

Das Völkerkundliche Museum von Tirano entstand im Jahre 1973, um die Veltliner Bauern- und Gebirgszivilisation zu dokumentieren und zu erforschen. Zunächst wurde das Museum in einem großen Raum im Erdgeschoß des Palazzo San Michele (einer antiken Herberge für die Pilger der Wallfahrtskirche) eingerichtet und seit 1990 hat es seinen neuen Sitz im Casa del Penitenziere (Haus des Pönitentiars), welches zu diesem Zweck von der Gemeinde Tirano restauriert wurde. Im obersten Stockwerk dieser eleganten Wohnstätte aus dem 18. Jahrhundert, deren Fassade auf den historischen Platz der Basilika geht, wurden Zeugnisse der bäuerlichen Tätigkeiten (Landwirtschaft, Viehzucht, Käserei, Transportmittel) und des häuslichen Lebens geordnet (in einer authentischen "Stüa" (*) wurde ein Schlafzimmer eingerichtet, während man die Küche teilweise rekonstruiert hat). Im Vorraum werden Dokumente aufbewahrt, die den Handel (Gewichte und Maße), die Jagd, den Fischfang, das Schlachten des Schweins und die Beleuchtung vor der Verbreitung des elektrischen Lichtes betreffen. Im darunter liegenden Stockwerk befinden sich außer der Direktion der Webraum und der Saal mit den prächtigen Wandbehängen, welche der Wallfahrtskirche Madonna di Tirano im Jahre 1636 von Kardinal Richelieu, dem ersten Minister von Frankreich geschenkt wurden. Im Erdgeschoß sind untergebracht: der kleine Ausstellungssaal, der Raum mit den Werkzeugen der Stellmacher- und Fassbindermeister und des fahrenden Klempners. Im größten Saal dagegen befinden sich: das geschnitzte Portal von Grosio (17.-18. Jh.), der Geldschrank, Türschlösser-, Schlüssel- und Türklopfersammlungen und die transportierbare Leichenbahre aus dem 18. Jahrhundert mit einigen handgefertigten schmiedeeisernen Friedhofsdenkmälern. Im Kellergeschoß wurden eine riesige Weinpresse mit großen Holzschrauben und eine Presse zur Produktion von Nussöl aufgestellt. Bemerkenswert unter den Sammlungen des Museums sind außerdem die römische "Trulla" (*, 1. Jh.n.Chr.), ein Beil aus der späten Bronzezeit (ca. 12. Jh.v.Chr.) und eine prächtige Aussteuertruhe mit Einlegearbeiten aus dem Jahre 1711. Das Museum besitzt ein Photo- und Filmarchiv, eine Sammlung von ca. 2000 Postkarten mit Veltliner Motiven und eine Sammlung von Drucken. Für die Forschungsarbeiten bedient sich das Museum eines Sachverständigenausschusses, sowie der Mitarbeit des IDEVV (Institut für Dialektforschung und Ethnographie des Veltlin und des Valchiavenna), zu dessen Gründung das Museum im Dezember 1999 beigetragen hat, und dem es auch den gesetzlichen und verwaltungsmäßigen Sitz gibt.

* stüa: (holz getäfelte Stube)
* trulla: bronzeneTöpfchen-Kelle

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